2018

Während die Rückblicke bei #kurzhalt und randnote eher allgemeiner Natur sind, möchten einige persönliche Eindrücke und Worte nicht unterschlagen werden. Doch jetzt, wo sie dürfen, nachdem sie mich seit Tagen im Kopf malträtieren, zieren sie sich und verstecken sich. Damit hat sich dann auch gleich die größte Baustelle offenbart.

Obgleich mich von Mai bis September eine schwierige Phase plagte, finde ich meinen Output an Artikeln übers Jahr gesehen ausreichend. Zumal erst Ende September mit randnote ein neues Projekt mein Portfolio ergänzte. Allerdings lagen zwei Blogs nahezu brach. Damit bin ich zwar nicht gänzlich zufrieden, darf aber nicht vergessen, aus welcher Lage ich mich langsam befreie und ans Licht kämpfe! Von dieser Warte aus gesehen kann ich mich mit meinen Leistungen arrangieren.

Ein Gedanke streifte in den letzten Tagen immer wieder durch meinen Kopf: 2018 ist das erste Jahr, das sich nach mir anfühlt. Zwar noch sehr schwach, aber immerhin deutlich genug, um sich von allen Jahren zuvor zu unterscheiden. Die Veränderungen insgesamt werden spürbarer.

Ich kann allerdings nicht verheimlichen, dass es ein schweres Jahr war. Den Erfolgen gingen harte Auseinandersetzungen voraus und stellten sich immer wieder als instabil heraus. Ständig waren die gleichen Kämpfe nötig, um eine performantere Basis zu erreichen. Jedoch dauerhaft belastbar ist bisher rein gar nichts. Trotzdem erwächst daraus für 2019 viel Zuversicht.

Vor allem beabsichtige ich, die diesjährigen Hemmnisse zum Schreiben längerer Texte, zu überwinden. Was auch unbedingt nötig ist, denn der angewachsene Stau an Material ist nicht förderlich. Parallel dazu winkt der Gedanke des Scheiterns mit seiner Fahne Richtung Abgrund. Bezwinge ich nicht die Blockaden, die sich bei längeren Texten vor mir aufbauen, wird das keinen positiven Einfluss bewirken.

In diesem Zusammenhang ist es besonders hinderlich, dass sich meine Finger in den letzten Wochen gegen mich zu verschwören scheinen. Geht mir der linke kleine Finger bereits geraume Zeit auf die Nerven, weil die Koordination mit der Umschalttaste nicht funktioniert, fabriziert der Rest vermehrt Buchstabensalat. Die Impulse zur richtigen Reihenfolge der Buchstaben, geraten auf ihrem Weg zu den Fingerspitzen querbeet. Ständig weisen mich rote Wellenlinien auf falsche Wörter hin, weil mal wieder Buchstaben vertauscht sind. Das nervt und ist jedem Motivationsschub extrem abträglich.

Apropos Motivation. Inzwischen warten reichlich Geschichten darauf erzählt zu werden. Stand in diesem Jahr weitestgehend mein innerer Kampf im Vordergrund, hat sich im Dezember Überraschendes vollzogen. Im Kopf formten sich Sätze, die ich, ganz Old-School-mäßig, per Hand in ein DIN A5 Notizblock schrieb. Seite um Seite quollen hervor, ohne dass mir eine Idee kam, was zum Teufel ich da gerade notierte und wo es hinführte. Bis sich mir an einem Tag dann ein Plot eröffnete. Nachdem dieser umfangreich festgehalten war, verschwand der überfallartig hereingebrochene Schreibdrang wieder. Allerdings passierte mir das in diesem Monat gleich zwei mal. Die Schreibeinbrüche sind zwar merkwürdig und irritierend, aber die beiden Plots sind ziemlich genial. Insgesamt stimmt mich dieses Geschehen positiv, denn es war ein klares Signal, dass ich nach wie vor auf dem richtigen Weg gehe.

Soweit hierzu, denn es fehlt noch der Blick aus dem Fenster. Da drängt es mich, die Vorhänge lieber geschlossen zu lassen. Immer schlimmer wird es da draußen und jede Hoffnung auf Besserung schwindet. Täglich mehren sich meine Zweifel, dass die Menschheit fähig ist, diesen vernichtenden Weg zu verlassen. Aufgrund meiner eigenen Geschichte weiß ich, was für einen immensen Aufwand es bedarf, wirkliche Veränderungen zu erzielen. Daher könnte ich über die weltweiten Änderungsbekundungen nur müde lächeln, wenn es nicht um das elementarste gehen würde, was wir uns – wohl scheinbar nicht mal mehr – vorstellen können: unsere Existenz und Zukunft!

Der einzig ernst zu nehmende Lehrmeister Buddha bekundete bereits seinerzeit:

Es nützt nichts, nur ein guter Mensch zu sein, wenn man nichts tut!

Unterstreiche ich dies auch doppelt und dreifach, stürzt es mich zugleich in eine Krise. Mein Metier ist das geschriebene Wort, nicht das Rednerpult oder der lautstarke Vormarsch. Mir wohnen Fähigkeiten inne, die mir Blickwinkel, Sichtweisen und Erkenntnisse über das Weltgeschehen ermöglichen, deren Offenlegungen äußerst unbequem sind. Warum mir unbedeutende Person dies widerfährt, ist eine ständig quälende Frage. Aber ich kann da weder drüber hinweg gucken, noch es unterdrücken oder ignorieren. Der sich dann aufbauende Druck wird schnell unerträglich und entlädt sich nicht unbedingt auf wünschenswerte Weise.

Was ich hervorragend kann, ist ausdrücken.

So werde ich auch 2019 meine Blogs füllen. Drei von ihnen dienen alleine meinen Bemühungen, vielleicht doch etwas zu bewirken. Ganz besonders hoffe ich, hier auf keinen-schimmer.de, jetzt Fehlkurs, den Artikelstau abzuarbeiten. Einiges gärt schon geraume Zeit vor sich hin, ist aber aktuell wie eh und je. Ich kann jetzt bloß nicht mehr sagen, ich habe es schon vor Jahren gewusst und darüber geschrieben. Geplant ist auch eine Neuerung, wird aber noch nicht verraten.

Aktuell ziehen die Inhalte vom der-unfertige-roman.de um und sollen 2019 im neuen zu Hause wieder mehr Zulauf erfahren. Weitere drei Projekte stehen auf dem Aufgabenzettel fürs nächste Jahr. Allerdings hätten die auch Auswirkungen auf Bestehendes und ich bin mir nicht sicher, ob ich das in seiner Gesamtheit stemmen kann. Mal die Entwicklungen abwarten.

Schreibe ich nun noch über die Weltgeschehnisse des abgelaufenen Jahres?

Nö … sonst werde ich dieses Jahr nicht mehr fertig …

Wahrscheinlich fallen mir noch 1000 Dinge ein, die ich hier hätte schreiben können wollen, wenn der Artikel online ist … Tja, c’est la vie …

Ich wünsche allen Leser*innen einen guten Rutsch ins Neue Jahr und mehr Bewusstsein zum Innehalten, um bewusst Notwendigkeiten zu erkennen.